BURGRUINE LEONSTEIN
Willkommen auf der Informationswebseite für die Burgruine Leonstein.
Location: Pörtschach am Wörthersee / Kärnten / Österreich

Hier gibt es allgemeine und geschichtliche Informationen zur Burg sowie aktuelle Bilder und Video´s...

Die Burgruine im Schutzgebiet
Das 22 ha große Landschaftsschutzgebiet wird von einer 536 Meter hohen, bewaldeten Kuppe gebildet, die in Richtung Wörthersee steil abfällt. Im Gipfelbereich sind prachtvolle alte Buchenbestände vorhanden, vereinzelt finden sich noch Reste einer thermophilen Trockenvegetation.
Von der Aussichtswarte der Hohen Gloriette bietet sich ein herrlicher Blick auf den VVörthersee und die südliche Bergwelt.
Im schattigen Buchenwald befinden sich in unmittelbarer Nähe zueinander zwei kulturhistorisch bedeutende Sehenswürdigkeiten: Die Burgruine Leonstein und die Ruine der Seeburg. Beide Ruinen stellen die Reste von mittelalterlichen Burganlagen dar, deren Entstehungs- geschichte nicht eindeutig dokumentiert ist.
Nicht umsonst heißt es ja "das finstere Mittelalter".


Geschichtliches
Um die erste Jahrtausendwende wurde die Seeburg errichtet. Die Seeburger, ein aus dem Rheinland eingewandertes Rittergeschlecht erhielt das Gebiet von Pörtschach mit den abschließenden Höhenzügen als Lehen . In ihrem Wappen führten sie einen Fisch mit einem Blatt im Maul. Das Motiv des Wappens von Pörtschach geht auf das älteste erhaltene Siegel der Seeburger zurück, welches auf einer Urkunde vom 5. April 1284 abgebildet ist. Es zeigt einen springenden bzw. steigenden Fisch, der ein Blatt im Maul hält.
Mit Julian von Seeburg, der in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts das Amt des Vicedoms von Kärnten bekleidete, erlosch allerdings die männliche Linie diese Adelsfamilie. Von den ersten Seeburgern ist nichts überliefert, später sind einige auf Urkunden als Zeugen unterfertigt. 1143 wurde Reinboto von Seeburg erwähnt, 1166 Dietrich von Leonstein als freier Mann auf Leonstein genannt. Valvasor berichtet: "...die Leonstainer sind aus den Seeburgern entsprungen und haben also die Seeburger die Burg Leonstain innegehabt und hat einer aus ihnen den Turm, Leonstain genannt, auferbauet und sich nach im geschrieben."
Auf einem Felsplateau nördlich der Seeburg, von dieser nur durch eine Mulde getrennt, hatte der Neffe des Bischofs Roman I. von Gurk, Dietrich von Projern, in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts die Burg Leonstein errichtet. Sein Wappentier - ein über einen Gipfelgrat schreitender Löwe - gab der Festung ihren Namen. Anfängliche Rivalitäten zwischen den benachbarten Burgherren wurden durch die Heirat des Julian von Seeburg mit Anna von Leonstain beendet.
Die Leonsteiner waren ein freies, bairisches Geschlecht und werden erstmals 1166 mit Ditricus als Zeuge, in Aqilea, mit der Burg genannt. Diese Burg bestand aus Bergfried (Wohnturm) mit Hocheinstieg der mit einem Bering (hohe, umfassende Mauer mit oder ohne Zinnen) und Zwinger (künstliche Einengung des Zuganges) geschützt wurde.
Um 1250 Ausbau der Burg nach Westen, es entsteht der zweite Burghof mit zweigeschossiger Kapelle. Eine Poterne und die Auffahrt für Pferd und Wagen im Norden, Burgküche, Mushaus (Essraum), Wohnräume und ein Kerker.

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Seeburg und Leonstein als "verlassene Gemäuer"
Schloss Leonstain im Ort nach Valvasor um 1688

Bild: Pörtschach 1800 Schloss und Burg um 1800

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Burgruine Leonstein Panorama

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Burgruine Leonstein - Blick nach Süd

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Burgruine Leonstein - Blick von Oben

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Burgruine Leonstein - Blick nach West

ÖFFNUNGSZEITEN

Jeden Samstag von Mai bis September.

Die genauen Öffnungszeiten unbedingt VOR
dem Besuch / Ausflug zur Burgruine hier erfragen:

Tourismus Info - TVB Tourismusbüro
Tourismusverband Pörtschach
Werzerpromenade 1 (am Monte Carlo Platz)
Tel.: o4272 2354

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Der Lauf der Zeit
1331 Anna von Seeburg und Leonstein übergibt die Herrschaft Leonstein an ihre
Tochter verh.Eroldzsheim.
1353 Hans der Roetel von Leonstein verkauft die Burg an die Erolzheimer, Leonsteiner werden
im Zusammenhang mit der Burg nicht mehr genannt.
1400 gibt es einen Brand der mögliche Aufzeichnungen vernichtet. Die dritte Erweiterung nach
Osten war mit einer 11m hohen Bering- und Schildmauer begrenzt. Der Burgbrunnen
war nun auch im geschützen dritten Burghof.
1431 Hans von Eroldsheim verkauft die Burg an die Rottensteiner,diese dann an die Keutschacher
1489 Gebhard Peuscher, Vicedom zu Friesach, wird mit Zustimmung von Kaiser Ferdinand, der
neue Herr auf Leonstein.
1515 Die Rädelsführer der Bauernaufstände werden in das Burgverlies zu
Leonstein geworfen und gefoltert.
1550 Das "Stöckl" (Schloss) Leonstain wird von den Peuschern unter der Burg errichtet.
1559 Der Ausverkauf der Güter von Leonstein beginnt mit Leonhard Peuscher.
1618 Georg Christoph Rauber verkauft an Martin Strasser, dieser versucht die Güter
wieder zusammenzuführen.
1629 Die Erben von Martin Strasser verkaufen an den Jesuitenorden St.Paul, diese nützen nur die
Badehütten am See.
Der Verkauf der Güter von Leonstein wird wieder betrieben und der Verfall der Burg eingeleitet
1688 Valvasor zeichnet die Seeburg und Burg Leonstein nur mehr als Ruinen.
1910 Vorfahren der Familie Neuscheller und die Gemeinde Pörtschach kaufen von den Jesuiten
den noch vorhandenen Besitz des Gutes Leonstein und teilen diesen.
1924 Die Ruine wird als Steinbruch verwendet. Das Bundesdenkmalamt regt an die Reste der
Burg zu sichern um sie der Nachwelt zu erhalten.
1925 Dr.August Jaksch vom Kärntner Landesarchiv beauftragt einen Bauingenieur mit der
Untersuchung der Bausubstanz. Es wird die Freilegung der Ruine vom Baumbewuchs
und die Sanierung der Mauern empfohlen.
1931 Wirtschaftskrise, die Gemeinde hat kein Geld für die Ruine.
1934 Rodungen im Ruinenbereich, keine Mauersanierungen und die Ruine verfällt weiter.
1972 Das Bundesdenkmalamt regt eine Freilegung und Restaurierung der Ruine an.
1978 Frau Ursula Loisel, die Kurgemeinde Pörtschach mit Gemeinderat Helmut Pirker und
Burgvogt Johann Sura gelingt es freiwillige Helfer zu organisieren.
1979 Das ehemalige Wächterhaus im Bereich des Wirtschaftshofes wird mit Zuwendungen
der Gemeinde und Spenden saniert. Es soll als Versammlungsraum und Depot dienen.
1990 Das Wächterhaus ist fertiggestellt und es wird mit professionellen Mauersanierungen
der Hochburg begonnen.
1981-1996 Der Burgbereich wird gerodet und vom Abbruch befreit. Fundstücke wie Keramik
und Eisenteile werden gefunden. Viele freiwillige Helfer unterstützen diese Arbeiten
zur Erhaltung der historischen Bausubstanz.
1997 Frau Ursula Loisel stirbt. Auf initiative ihrer Tochter Dr.Ulrike Loisel und Bürgermeister
Ing.Werner Hörmann übernimmt Herr Joachim Eichert die Weiterführung der Arbeiten.
1998 Der absturzgefährdete Turmbereich wird saniert, eine hölzerne Plattform eingezogen und der
Hocheinstieg wider benutzbar gemacht.Die Burgkapelle wird überdacht und als Schauraum
eingerichtet. Wissenschaftlich fundierte Grabungsarbeit unter Mitarbeit der Archäologin
Dr.Renate Jernej im Westlichen Burghof, es werden Backofen und Tischherd freigelegt.
Erstmals gibt es reguläre Öffnungszeiten mit Führung durch die Burganlage.
1999 Errichtung des Ausstellungs- und Vortragraumes im großen Burghof. Weiterhin
wöchentliche Öffnungszeiten im Juni und August.
2000 Es folgen Mauersanierungen und Sicherheitsarbeiten im gesamten Burgbereich. Rund
1200 Besucher sind zu verzeichnen. Es werden Diavorträge über Burg und Ort im
Vortragsraum angeboten.
2001 Es wird der Burg und Museumsverein Leonstein gegründet und die Burg in die Obhut
des Vereines gestellt. Dieser Verein hat zur Aufgabe für Sicherheit und Erhaltung,
sowie Belebung in kultureller Hinsicht zu sorgen.
Der vermutliche Burgbrunnen wird versuchsweise freigelegt und eine senkrecht in den
Burgfelsen gemeßelte Röhre von 2½ Meter Durchmesser wird sichtbar. Es wird nun weiter
freigelegt und man stößt bei 8 Meter Tiefe auf Wasser.
2002 Notwendige Mauersanierungen werden vorgenommen, der Brunnen wird mit viel
Mühe weiter gegraben.
2003 Der Ausstellungsraum wird seiner Funktion gerecht gemacht und mit einem Steinboden
versehen. Erstmals können in kleinen Vitrinen die Fundstücke gezeigt werden. Beim
Brunnen sind wegen der Tiefe von 11 Meter nur wenige Fortschritte zu verzeichnen.
2004 Die untere Holzstiege zum Hocheinstieg des Turmes wird durch eine Steinstiege ersetzt.
Wissenschaftliche Grabungen westlich des Turmes werden uns eventuell neues über
die Ruine bringen. Die nordwestliche Ringmauer ist vom Einsturz bedroht und
muss saniert werden.
2005 Wilhelm Pickert übernimmt den Burg und Museumsverein Leonstein. Mit Hilfe der Gemeinde
können große Mauersanierungen im Torbereich vorgenommen werden. Auch eine Stiege
über den Hocheinstieg zur Aussichtsplattform des Burgfrieds aus verzinktem Metall wird
eingebaut. Die Funktionsweise des Burgbrunnens ist noch nicht ganz geklärt.
Ein kleines Stromaggregat zur Beleuchtung des Burghofes und Museum wird angeschafft.
2006 Große Mauersanierungen mit Hilfe der Gemeinde im Torbereich und beim Burgfried. Der
Fenstersturz vom nördlichen Turmfenster in 11 Meter Höhe war ausgebrochen und musste
erneuert werden. Erstmals Ritterspiele auf der Burgruine vom Mittelalterverein "soldknechte
compania carantania
" sowie "Solduri Santicum - Die Getreuen zu Villach". Das
Wasser für die WC Anlagen liefert nun die Burgfilterzisterne.
2007 Es werden noch notwendige Mauersanierungen erledigt und die Holzgerüste abgebaut.
Ritterspiele sorgten wie im Vorjahr für die Belebung der Burgruine. Als Abgeltung für die
Benutzung der Burg von den Rittervereinen wird die Filterzisterne weiter ausgeschachtet.
In den 8.GEO Tag der Artenvielfalt vom Naturwissenschaftlichen Verein für Kärnten wird
auch der Burghof einbezogen. Der Pörtschacher Seniorenbund feiert sein zweites Burgfest.
Für die Beleuchtung von Burghof und der WC Anlage sorgt recht und schlecht unser Strom-
aggregat. Eine Neudeckung vom Veranstaltungsraum, Museum und Geräte-
schuppen war unbedingt notwendig. leider Regnet es noch in die Kapelle und der
mittelalterliche Estrich wird zerstört.
2009 Fertigstellung und Inbetriebnahme der Stromversorgung auf der Burg.
Die Burgruine Leonstein wird unter www.Leonstein.Poertschach.net im Internet präsentiert.
2010 Weitergraben des Brunnen, keine besonderen Funde.
2011 Das Geländer zum Bergfried wurde erneuert, statt aus Holz jetzt aus Metall; unter anderem
wurde auch die Schildmauer wieder teilweise aufgemauert, und auch beim Brunnen wurde
weitergearbeitet.
2012 Weitergraben des Brunnen, das Podium wurde aufgestellt, das Dach der Burgkapelle und des
Museums wurden repariert.
2013 Die ganze Burgruine, besonders die Küche wurde von Sträuchern und Grünbewuchs befreit.
Der Brunnen wurde fertig ausgegraben, dabei wurden sehr interessante Funde gemacht die
im Museum besichtigt werden können. Der Brunnen hat nun eine Tiefe von 23,8 Metern.
2014 Überdachung der Burgküche.
2015 Sanierung der Mauer gegenüber der Burgkapelle, Dreharbeiten für einen Promotionfilm.
2016 Sanierung der Mauer beim Museum.
2017 Rodung gegenüber des Wächterhauses und des Burgweges. Anbringung des Wappen der
Leonsteiner am Burgtor. Neues Gelländer zur Burg. Überdachung des Brunnens.
Neugestaltung des Museums.
Ein Teil der Fundstücke aus dem Brunnen sind dort in einer Vitrine ausgestellt..
2018 Kleine Sanierungen bei der Burgkapelle.

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Diese unterschiedliche Schreibweise ist Ihnen sicher auf- gefallen. Dokumentiert (zB hier links) ist lediglich der Name der Leonsteiner und der Burg als Leonstein. Als um 1550 an der Straße das "Stöckl" (Schloss) Leonstain errichtet wurde gab es nachweislich keine Nachfahren der Leonsteiner mehr. Valvasor beschreibt um 1688 das Schloss (hier rechts) unter dem Namen Leonstain. Es wird daher davon ausgegangen, das hier lediglich der Name der ehemaligen Besitzung der Leonsteiner in der sich zu Beginn des 17. Jahrhunderts gebräuchlichen Ausdrucksweise übernommen wurde.

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Wegbeschreibung
Die Zufahrt zur Burg Leonstein mit dem Auto ist nicht möglich. Wenn Sie also mit dem Auto anreisen, dieses am besten am Parkplatz südlich des ehemaligen Hotel Ambassador abstellen. Über die hier verzeichneten Wanderwege 1 & 2 erreichen Sie die Burg Leonstein. Haben Sie Ihr Fahrrad dabei, sollten Sie besser den Wanderweg 1 benutzen.

Der Eingang, das Burgtor befindet sich an der Nordwest Seite der Burg.

Außerhalb der Öffnungszeiten kann man die Burgruine über
den Rundwanderweg zumindest von außen besichtigen...

www.Leonstein.Poertschach.net
ist eine private, nichtkommerzielle Webseite mit
allgemeinen Informationen über die Burgruine Leonstein.
Veröffentlicht über das Portal von www.Poertschach.net
Anfragen zur Webseite: Webmaster@Poertschach.net
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